Kesmark und seine Geschichte

Kesmark liegt unter der Hohen Tatra im nordöstlichen
Teil des Poppertals auf einer Höhe von 626 m über dem
Meeresspiegel.
Kesmark entstand durch die Vereinigung von mehreren
einheimischen slawischen Siedlungen mit einer Siedlung
deutscher Kolonisten. 1269 verlieh der ungarische König
Béla IV. unserer Stadt das Stadtrecht. Im 15. Jahrhundert
erhielt die königliche Freistadt noch weitere Privilegien.
Während seines 750 Jahre währenden Bestehens als
Stadt, wurde Kesmark und sein Umland in 13 größere Krie
ge verwickelt: Zu den bekanntesten Kriegsereignissen ge
hören der 100-jährige Krieg um das Stapelrecht zwischen
Kesmark und Leutschau und der fast 250 Jahre dauernde
Krieg zwischen der Stadt und den Besitzern der Stadtburg.

Obwohl die Stadt viele Kriege, Unglücke, Brände und
Epidemien überstehen musste, gedieh sie in wirtschaft
licher Hinsicht. Vom 15. bis zum 19. Jahrhundert bestan
den in der Stadt 50 Zünfte. Zwar wurde das Zunftwesen
erst im Jahre 1872 aufgelöst, aber es entstanden in Kes
mark schon vorher mehrere Manufakturen und bereits in
der Mitte des 19. Jahrhunderts mehrere Fabriken. So auch
die Fabrik für Harzproduktion, eine Brauerei, eine Fabrik
zur Produktion von Stärke sowie die erste ungarische me
chanische Leinen- und Hanfgarn-Spinnerei.
Auch das Schulwesen und die Kultur haben in Kesmark
eine mehrere Jahrhunderte alte Tradition. Die ersten Be
richte über eine Schule stammen aus den Jahren 1383 – 1392. Von 1787 – 1852 entwickelte sich das Kesmarker
Gymnasium zu einem höheren Schultypus, zu einem Ly
zeum, ohne dessen Abschluss man nicht zum Studium an
einer Universität zugelassen wurde. An diesem Lyzeum
studierten Schüler aus ganz Mitteleuropa und nicht weni
ge von ihnen wurden zu berühmten Schriftstellern, Künst
lern und Wissenschaftlern. Mit dem Namen der Kesmarker
Schule verbinden sich die ersten Berichte über Musik (14.
Jahrhundert), über Theateraufführungen (1523 – 1524)
und über die ersten bekannten Ausflüge in die Hohe Ta
tra (Ende des 16. Jahrhunderts). Das Zentrum des kultu
rellen Lebens der höheren Schichten war die Kesmarker
Burg, hier wurden von Ende des 16. Jahrhunderts an phi
losophische Disputen geführt, hier blühten Malerei und
Musik. Sehr verbreitet waren auch Vereinsaktivitäten.
Der älteste Verein war der Schützenverein (1510). 1862
gründeten die Feuerwehrmänner einen der ersten frei
willigen Feuerwehren auf dem Gebiet der Slowakei, 1867
entstand der Verein der Zipser Ärzte und Apotheker, 1873
der Ungarische Karpathenverein als erster Tourismus- und
Naturschutzverein in Ungarn und der achte seiner Art in
der ganzen Welt überhaupt.
Im Jahre 1851 lebten in Kesmark 4.391 Einwohner,
1910 schon 7.367. Nach dem Ersten Weltkrieg verließen
viele ungarische Familien die Stadt, deshalb sank die Zahl
der Einwohner 1921 auf 6.475. 1938 hatte Kesmark 7.360
Einwohner, aber während des Zweiten Weltkriegs und
auch danach zogen viele Tschechen und Deutsche weg,
den Juden widerfuhr der Holocaust. Im Jahre 1945 leb
ten nur noch 5.469 Menschen in Kesmark. Neue Stadtteile
wurden in den Nachkriegsjahrzehnten gebaut, als zahl
reiche Menschen aus allen Teilen der Slowakei, aber auch
aus von Slowaken besiedelten Gebieten in Polen zuzogen.
Laut der Volkszählung Ende 2017 hatte Kesmark 15.930
Einwohner

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