Weinsche Fabrik

In Kesmark entwickelte sich seit 1860 die Textilin
dustrie. Zu den Pionieren gehörte eine mechanische Spin
nerei und Leinenweberei – die Kesmarker Spinnerei. In den
1870er-Jahren wurde diese Spinnerei von der Firma Regen
hardt & Söhne übernommen.
Neben der mechanischer Spinnerei und Leinenweberei
entstand in Kesmark eine weitere Textilfabrik. Karl Wein
gründete diese in 1882 zunächst in Altlublau. 1884 verleg
te er den Sitz seiner Fabrik nach Kesmark. 1885 gründete
er die Kommanditgesellschaft Karl Wein & Co. Die Weberei
dieser Fabrik erstreckte sich auf einer Fläche von 3.600 m2.
Sie produzierte auf 400 mechanischen Webstühlen. Die Fir
ma setzte Bleichmittel ein und betrieb auch eine Leinen
färberei. Sie stellte vor allem Damast, Tischtücher, Serviet
ten, Hand, Geschirr- und Badetücher, Bettwäsche, Planen,
gebleichte Leinen usw. her.
1919, nach dem Ersten Weltkrieg, begann es in der
slowakischen Leinenindustrie zu kriseln. Die Firma Karl
Wein & Co. verkleinerte ihre Weberei und transferierte
die demontierten Maschinen in ihre Fabrik nach Budafok
in Ungarn. Am 3. August 1935 verstarb Karl Wein in seinem
Sommersitz in Balatonakarattya in Ungarn. Er war Ehren
bürger der Stadt Kesmark und hatte sich mit beispiellosem
Einsatz um die Entwicklung der Stadt verdient gemacht.
Seine Kesmarker Mitarbeiter hatten im Vergleich zu ande
ren Unternehmen bessere soziale Bedingungen.
In den Jahren des sogenannten Slowakischen Staates
von 1939 bis 1945 exportierte die Firma Karl Wein & Co.
keine Produkte ins Ausland. Sie produzierte überwiegend
für das Militär und für den Binnenmarkt. 1941 wurde eine
neue Pochmühle die die Hülse des Flachsfadens entfernt in
Betrieb genommen. Anfang 1945 stellte die Firma ihre Pro
duktion ein und die Eigentümer evakuierten den Betrieb.
Nach der Befreiung Kesmarks am 27. Januar 1945 konnte
die Produktion aber wieder aufgenommen werden. Am 28.
Juni 1947 erfolgte die Verstaatlichung des ehemaligen Un
ternehmens Karl Wein & Co. und der Betrieb wurde als Sta
atsunternehmen unter dem Namen Tatraľan weitergeführt.

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